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15 Pros für die Einfache Sprache

In englischsprachigen Ländern verbreitet sich der Begriff „Plain Language„. In den USA gibt es dazu eine Verordnung, die Bundesbehörden verpflichtet, alle Bürger in Einfacher Sprache (Plain Language) zu informieren. In Deutschland beschränkt sich diese Vorgabe auf die Kommunikation mit Menschen mit Behinderung. Der Anspruch sollte auf alle Menschen ausgeweitet werden.

15 Argumente für eine allgemein verständliche Sprache

1. Statt Leichte und Einfache Sprache in Zielgruppen zu unterteilen, muss es eine verbindliche Sprachform für alle geben.

2. Die Sprachform ist so flexibel und individuell anzuwenden, dass sie jeder Zielgruppe gerecht werden kann.

3. Das gelingt mit dem Grundsatz, Schreiben mit konzentriertem Blick auf die Zielgruppe.

4. Ich bin mit Professor Baumert darüber einig, dass dafür Einfache Sprache der geeignete Begriff ist – und nicht Leichte Sprache.

5. Einfache Sprache zeichnet sich durch Flexibilität aus.

6. Sie bietet die Freiheit, Texte so zu vereinfachen, dass Menschen mit nur geringer Lesekompetenz damit zurechtkommen.

7. Das bedeutet: Leichte Sprache verschwindet nicht – nur das Label.

8. Es stehen nicht mehr ein Regelwerk, ein Logo und das Prinzip des Gegenlesens im Mittelpunkt, sondern im Mittelpunkt steht die Lesekompetenz der Zielgruppe.

9. Einfache Sprache bietet ebenso die Freiheit, Behördensprache soweit „zu entschärfen“, dass Juristen damit leben können. Leichte Sprache hat dagegen keine Chance auf das Sigel „rechtssicher“.

10. Die Bedeutung der Einfachen Sprache wird zunehmen. Bleibt die Leichte Sprache in ihrer Nische, bedeutet das Ausgrenzung der Menschen, für die solche Informationen geschrieben werden. Deswegen sollte die Leichte Sprache in der Einfachen Sprache aufgehen.

11. Damit werden Menschen mit Lernschwierigkeiten/geistiger Behinderung/psychischen Problemen und Demenz eine von vielen Zielgruppen der Einfachen Sprache. Das ist ein Schritt zur Inklusion.

12. Mit der Bündelung zur Einfachen Sprache werden neue Auftraggeber für die Produktion von Inhalten angesprochen. Bislang finanzieren überwiegend Einrichtungsträger, die öffentliche Hand oder Aktion Mensch Materialien in Leichter Sprache.

13. Mit dem Label „Einfache Sprache“ können Unternehmen als Auftraggeber angesprochen werden. Verständliche Informationen sind notwendig für die interne Kommunikation oder für die mit Kunden. Je mehr verstanden wird und je weniger Rückfragen kommen, umso mehr spart das Unternehmen Geld.

14. Vom freien Wettbewerb kann die Zielgruppe profitieren, die für Informationen kein Geld hat. Denn am Ende ist mit zahlungskräftigen Kunden eine Mischkalkulation möglich.

15. Der Gesetzgeber ist aufgerufen, eine ähnliche Vorschrift wie die US-Regierung auf den Weg zu bringen (Plain Wirting Act). Auch die Bundesländer und die Kommunen sollten daran gebunden sein. Das Behindertengleichstellungsgesetz, das für die Bundesverwaltung gilt, hat aber gezeigt, dass eine freiwillige Umsetzung zäh bis ausbleibend ist. Die Verbindlichkeit muss mit Möglichkeiten zu Sanktionen untermauert werden.

Veröffentlicht in Akquise und Lobbyarbeit Blog Fachtexte zur Einfachen Sprache

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