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Einfache Sprache

Texten in Einfacher Sprache ist für Uwe Roth eine kreative Aufgabe. Im besten Fall haben Texte in Einfacher Sprache eine journalistische Qualität. Auf keinen Fall ist es eine Sprache für geistig Behinderte – obwohl sie ursprünglich in der noch sehr schlanken Version der Leichten Sprache für diese Personengruppe entwickelt worden ist. Einfache Sprache ist ein Beitrag zur barrierefreien Kommunikation.

Der Grundsatz für Einfache Sprache lautet:

Auch Menschen mit Leseschwierigkeiten haben einen Anspruch auf ein Lesevergnügen. Niemand liest einen langweiligen Text, wenn er nicht dazu (beruflich) gezwungen ist. Viele Texte kommen monoton daher, dass man auch als Normalleser nach wenigen Sätzen aussteigt. Was motiviert einen Menschen mit einem Leseproblem fortzufahren. Wie im Journalismus gilt auch für Texter in Einfacher Sprache: Das, was neu ist und neugierig macht, muss an den Anfang.

Verständlichkeit ist ein subjektiver Begriff. „Schreib‘ doch verständlicher!“ Wie kann man auf eine solche Anweisung reagieren? Die Einfache Sprache gibt dagegen mit ihren Regeln einen Orientierungsrahmen mit nachvollziehbaren Kriterien vor (siehe Liste weiter unten).

Lese-Schreib-Schwäche wächst – deswegen Einfache Sprache

Angesichts einer wachsenden Zahl funktionaler Analphabeten und Menschen, für die Deutsch eine Fremdsprache ist, ist die Einfache Sprache eine Form der Kommunikation, die immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Die Einfache Sprache kennt wenige Regeln, die beim Schreiben zu beachten sind. Doch diese haben es in sich. Die Einfache Sprache ist eine Herausforderung. Schreiben und Sprechen müssen trainiert werden. Dafür gibt es meine Kurse.

Diese Regeln sind bei der Einfachen Sprache zu beachten:

  • Kurze Sätze (maximal 15 Wörter),
  • höchstens ein Nebensatz,
  • keine überlangen Wörter (< 15 Buchstaben),
  • ein klarer Satzbau (Subjekt kommt vor Objekt),
  • keine Sätze im Passiv,
  • Substantivierungen (Wörter, die auf „ung“ enden) vermeiden,
  • keine unnötigen Fachbegriffe und Fremdwörter,
  • immer gilt: ein Gedanke – ein Satz.

Wissenschaftliche Textanalyse

Das sind – grob zusammengefasst – die Vorgaben. Doch sich an diese zu halten, das ist eine echte Herausforderung. Ich orientiere mich bei der Bewertung eines Textes an einem Programm zur Textanalyse. TextLab, so heißt das kostenpflichtige Onlineportal ist von der Universität Hohenheim mitentwickelt worden.

TextLab bewertet die Verständlichkeit eines Textes nach unterschiedlichen Kriterien, die letztendlich der Einfachen Sprache entsprechen (siehe oben). Das Ergebnis der Analyse ergibt einen Indexwert zwischen 0 (völlig unverständlich) und 20 (sehr gute Verständlichkeit). Der Wert ist bis zu einem gewissen Punkt eine objektive Bewertung der Qualität eines Textes. Als Journalist kann ich zwar ebenso meine Schätzung geben, aber ist ungleich subjektiver als die „Berechnung“ der Software.

Gerne prüfe ich Ihre Texte, die ich bei Bedarf überarbeite. Nehmen Sie Kontakt mit mir auf: Uwe.Roth@leichtgesagt.eu

Einfache Sprache ist mehr als einfache Sätze

Klare und verständliche Sätze reichen allein nicht aus, damit ein Text gelesen und als Ganzes verstanden wird. Die Darstellung eines Textes hat für die Verständlichkeit eine große Bedeutung. Eine Schrift muss leicht zu lesen sein, dazu gehören

  • eine ausreichende Schriftgröße,
  • ein entsprechender Zeilenabstand sowie
  • Spaltenbreite.
  • Schriftfarbe und Hintergrund sind ebenfalls zu beachten.

Das wird oft übersehen, wenn Texte in Einfacher Sprache veröffentlicht werden. Und es gibt weitere Kriterien, die Einfache Sprache ausmachen und die in meinen Kursen gelernt werden.

Einfach reden, ist schwierig

Die mündliche Kommunikation in Einfacher Sprache ist ebenfalls eine große Herausforderung. Die wenigsten schaffen es auf Anhieb, von ihrem vertrauten Sprachstil in den der Einfachen Sprache zu wechseln. Das zeigt sich jedes Mal in meinen Kursen. Denn für das Sprechen gelten die gleichen Regeln wie fürs Schreiben (siehe Liste weiter oben).

Besonders Menschen, die eine Fachsprache gewohnt sind, fällt es schwer, sich auf Kommando verständlich auszudrücken. Man muss dazu sein eigener Simultandolmetscher sein, der es schafft, sein Fachwissen im Kopf abzurufen und auf dem Weg zum Mund in verständliche Sprache zu übersetzen. Das zu üben, ist ein Schwerpunkt meiner Kurse (Beispiel Politiksprache, Beispiel Museumssprache). Auch Gendersprache kann Einfache Sprache verhindern.

Zielgruppen meiner Kurse, Fachschulen für soziale Berufe

Mehr zum Thema lesen Sie in meinen Fachartikeln über die Verwaltungssprache: Teil 1, Teil 2 und Teil 3.