Springe zum Inhalt →

Konzepte zur Prävention sexualisierter Gewalt in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung

Gemeinsame Regeln in einer gemeinsamen Sprache. Susanne Hasel ist Heilerziehungspflegerin und Beraterin in der Behindertenhilfe. Uwe Roth ist Journalist und Texter in Einfacher Sprache. Gemeinsam erarbeiten die beiden Fachleute Heim- und Werkstatt-Ordnungen. Eines ihrer besonderen Fachgebiete sind sexualpädagogische Konzeptionen und Leitlinien zur Gewaltprävention für Wohneinrichtungen und Werkstätten der Behindertenhilfe.

Weil Regeln in einer Gruppe für alle gelten, also für behinderte Menschen ebenso wie für das Fachpersonal, sind diese in Einfacher Sprache geschrieben.

Für das Fachpersonal gibt es zusätzlich auf ihre Einrichtung zugeschnittene Informationen, die Konflikte verhindern bzw. helfen, diese aufzuarbeiten. Diese Texte sind verständlich geschrieben, aber entsprechen nicht völlig der Einfachen Sprache.

Um die Texte rechtssicher zu machen, arbeiten Hasel und Roth mit einem Anwaltsbüro zusammen. Außerdem berät sie eine auf diese Zielgruppe spezialisierte Justizbegleiterin. Keine Leitung einer Wohneinrichtung oder Werkstatt kann völlig ausschließen, dass es zu einem Fall von seelischer (Mobbing), körperlicher oder sexualisierter Gewalt kommt.

Materialien zur Prävention sexualisierter Gewalt sind wichtiger Nachweis im Krisenfall

Daher ist es gut, ein schriftlich verfasstes Regelwerk zu haben und einen Notfallplan, was in einer solchen Krisen-Situation schnell und umfassend zu tun ist. Dafür werden im Anhang lokale Ansprechpersonen genannt. Eine solche Konzeption für alle und einen Handlungsleitfaden fürs Fachpersonal sind nicht nur intern eine große Hilfe.

Beides dient nach außen für die

  • Angehörigen,
  • Medien,
  • öffentliche Verwaltungen/Aufsichtsbehörden und
  • allgemeine Öffentlichkeit (soziale Medien)

als Nachweis der Geschäftsleitung, dass die Einrichtung Gewaltprävention ernstgenommen hat und auf den Eventualfall vorbereitet war/ist. Im umgekehrten Fall ist es problematisch, beispielsweise bei Nachfragen der Presse/Lokalzeitung nichts dergleichen vorweisen zu können.

Gemeinsames Regelwerk für alle in der Einrichtung und Werkstatt

Es gibt nach dem Verständnis von Susanne Hasel und Uwe Roth nicht – wie häufig üblich – zwei Regelwerke: eines in Normalsprache und eine Zusammenfassung in Leichter Sprache. Die kurzen Sätze und die weitgehende Wortlosigkeit haben meistens einen geringen Nutzwert. Im Gegensatz dazu bieten die Texte von Hasel und Roth einen hohen Nutzwert.

Das ist das Besondere:

Mit ihrem Fachwissen aus der Heilerziehungspflege und dem Journalismus kommen Regelwerke zustande, die sowohl inhaltlich als auch und sprachlich auf die Bedürfnisse behinderter Menschen und ihrer Betreuung gleichermaßen abgestimmt sind. Theorie und Praxis sind nah beieinander: Beide sind Lehrende an mehreren Fachschulen für soziale Berufe.

Ihre Sätze und Wörter sind verständlich. Aber sie sind inhaltlich bei weitem nicht so flach, wie man es von der Leichten Sprache kennt. Auch das Fachpersonal nimmt die Texte der Beiden ernst, weil sie die Realität abbilden. Einfache Sprache funktioniert ohne Verlust an Inhalten. Davon sind sie überzeugt. Die Geschäftsführung von Wohneinrichtungen und Werkstätten, die Regelwerke in Auftrag gegeben haben, bestätigen das.

Große Fach-Kompetenz in der Sexualpädagogik und Leichten/Einfachen Sprache

Susanne Hasel ist zudem Sexualpädagogin. Sexualpädagogik ist das Thema ihres Unterrichts. Darin gibt sie Kurse für Bewohner in Wohneinrichtungen und Beschäftigten in Werkstätten sowie für das Fachpersonal. Susanne Hasel betreut und berät Frauenbeauftragte. Sie ist Supervisorin in Fachberatungsstellen. Susanne Hasel hat folglich sehr viel praktische Erfahrung, die in die Texte einfließt. Uwe Roth ist Mitglied im Konsortium DIN SPEC Leichte Sprache, die bis Frühjahr 2021 auf den Weg gebracht wird. Der Journalist beschäftigt sich sehr intensiv mit der barrierefreien Kommunikation.

Sexualpädagogische Konzeptionen gibt es in Unternehmen des ersten Arbeitsmarkts. An diesen Leitlinien so nah wie möglich heranzukommen, gehört zum Ansatz. Das betrifft zum Beispiel die Regeln von Nähe und Distanz. Abweichungen gibt es für den Förder- und Betreuungsbereich (FuB). Was den Wohnbereich betrifft, bleibt ein Kapitel „Prostitution“ nicht ausgespart.

Heim- und Werkstatt-Ordnung: Regeln sind auf die Einrichtung abgestimmt

Ob in einer Wohneinrichtung oder Werkstatt – Regeln für ein gutes Miteinander gibt es überall. Meistens gelten sie unausgesprochen. Oder die Regeln sind ausführlich in schwerer Sprache auf Papier festgehalten, das in der Schublade ungelesen bleibt. Manchmal hängt eine Version am Schwarzen Brett. Diese ist dann so allgemein gehalten, dass dort nicht mehr als Banalitäten zu lesen sind: Die Essenszeiten sind einzuhalten.

Die Konzepte von Susanne Hasel und Uwe Roth sind keine Einheitstexte, wie man sie vielfach in Leichter Sprache vorfindet. Die Fachfrau erarbeitet die Inhalte gemeinsam mit dem Fachpersonal der jeweiligen Einrichtung und stimmt diese mit der Geschäftsleitung/dem Vorstand ab. Gerade die Corona-Krise zeigt, dass oberflächliche Texte in Leichter Sprache wenig hilfreich sind. Menschen mit Lernschwierigkeiten benötigen Texte, in denen sie sich über vertraute Begrifflichkeiten wiederfinden. Dazu dienen Namen, die sich kennen, Fotos und Beschreibungen ihres Alltags beim Wohnen und in der Arbeit.

Gemeinsam mit einer Grafikerin wird die Gestaltung der Texte optimiert, so dass sie gerne und einfach zu lesen sind.

Sexualpädagogin steht als Notfall-Kontakt zur Verfügung

Ist eine Ordnung für eine Wohneinrichtung oder Werkstatt bzw. eine sexualpädagogische Konzeption verabschiedet, kümmert sich Hasel um die Umsetzung. Die Konzepte sollen eben nicht unbeachtet in der Schublade verschwinden. Bei Bedarf pflegt sie die Inhalte, hält beispielsweise die Adressen aktuell.

Und vor allem:

Susanne Hasel steht mit ihrer Fachkompetenz als Heilerziehungspflegerin und Sexualpädagogin als Notfall-Kontakt zur Verfügung.

Nehmen Sie Kontakt auf: susanne.hasel@web.de oder uwe.roth@leichtgesagt.eu

Veröffentlicht in Blog Fachtexte zur Einfachen Sprache

Kommentaren

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.