Filmfoto"Luisa". realfiction Filmverleih

Luisa – der Film: Drehbuch in Einfacher Sprache

Lesedauer < 1 Minute

Nun ist der preisgekrönte Film Luisa in ausgewählten Kinos angelaufen. Die Einfache Sprache hatte bei der Produktion eine wichtige Rolle. Denn die Hälfte der Rollen ist mit Menschen mit einer kognitiven Behinderung besetzt. Sie haben sich mit einem Drehbuch in Einfacher Sprache vorbereitet.

Das Thema des Spielfilms ist anspruchsvoll: Luisa ist kognitiv eingeschränkt – und sie ist schwanger. Es besteht der Verdacht des sexuellen Missbrauchs. Wird sie abtreiben?

Gewaltschutz nicht ohne Einfache Sprache

Das Drehbuch ist für uns nicht nur wegen der Einfachen Sprache interessant. Die Geschichte von Luisa enthält viele Aspekte, die wir in unseren Gewaltschutz-Konzepten behandeln. Wir erklären in Einfacher Sprache die Bedeutung von Grenzen. Kleinere Grenz-Verletzungen kommen in Wohneinrichtungen und Werkstätten beinahe täglich vor.

Werden diese toleriert beziehungsweise ignoriert, die Klienten nicht aufgeklärt, kann das fatale Folgen haben. Denn wenn es darauf ankommt, sind die Betroffenen bei Gefahr in Verzug nicht in der Lage, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen.

Kommunikation ist wichtigstes Handwerkzeug

Wir geben unser Wissen aus den Schutzkonzepten aktuell in der Weiterbildung zum/r Beauftragten für Gewaltschutz weiter. Einfache Sprache hilft, die komplexe Materie verständlich zu machen – für Fachkräfte und Klienten.

Kommunikation ist für Fachkräfte im Sozialwesen das wichtigste Handwerkszeug. In der Ausbildung kommt das Training, sich verständlich auszudrücken, leider oftmals zu kurz. Ich merke das in meinem Unterricht in Fachschulen für sozale Berufe. Alle sprechen die gleiche Sprache, Fachkräfte und Klienten. Fachkräfte gehen davon aus, dass sie verstanden werden. Tatsächlich ist das oft nicht der Fall. In meinen Workshops schaffe ich die nötige Sensibilität für eine verständliche Ansprache.

Siehe auch Konzepte zur Prävention vor Gewalt in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung

Über den Autor: Uwe Roth ist Journalist und führender Experte in der Einfachen Sprache. Er arbeitet in den DIN-Gremien zur Leichten und Einfachen Sprache mit. Er gehört zu den Gründer*innen des DACH-Forums Einfache Sprache.

Kontakt


Veröffentlicht

in

von

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert