Nun ist der preisgekrönte Film Luisa in ausgewählten Kinos angelaufen. Die Einfache Sprache hatte bei der Produktion eine wichtige Rolle. Denn die Hälfte der Rollen ist mit Menschen mit einer kognitiven Behinderung besetzt. Sie haben sich mit einem Drehbuch in Einfacher Sprache vorbereitet.
Das Thema des Spielfilms ist anspruchsvoll: Luisa ist schwanger. Es besteht der Verdacht des sexuellen Missbrauchs. Wird sie abtreiben?
Die Geschichte von Luisa enthält viele Aspekte, die wir in unseren Gewaltschutz-Konzepten behandeln. Wir erklären in Einfacher Sprache die Bedeutung von Grenzen. Kleinere Grenz-Verletzungen kommen in Wohneinrichtungen und Werkstätten beinahe täglich vor.
Werden diese toleriert bzw. ignoriert, die Klienten nicht aufgeklärt, kann das fatale Folgen haben. Denn wenn es darauf ankommt, sind die Betroffenen bei Gefahr in Verzug nicht in der Lage, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen.
Wir geben unser Wissen aus den Schutzkonzepten aktuell in der Weiterbildung zum/r Beauftragten für Gewaltschutz weiter. Einfache Sprache hilft, die komplexe Materie verständlich zu machen – für Fachkräfte und Klienten.
Siehe auch Konzepte zur Prävention vor Gewalt in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung
Über den Autor: Uwe Roth ist Journalist und führender Experte in der Einfachen Sprache. Er arbeitet in den DIN-Gremien zur Leichten und Einfachen Sprache mit. Er gehört zu den Gründer*innen des DACH-Forums Einfache Sprache.

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