Wir brauchen in Deutschland dringend ein „Kompetenz-Zentrum barrierefreie Kommunikation“. Im Entwurf zur Reform des Gesetzes zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) steht „Kompetenzzentrum Gebärdensprache und Leichte Sprache“.
Doch das geht an der Realität vorbei.
Die Beschreibung der Aufgaben für ein solches Zentrum greift zu kurz. Es gibt viele Gründe, warum Menschen nicht in der Lage sind, Informationen aufzunehmen und zu verstehen.
Der Auftrag im Gesetz muss folglich lauten, die Kommunikation mit allen Menschen zu stärken. Nicht allein den Austausch mit tauben und kognitiv beeinträchtigten Menschen. Um Missverständnisse zu vemeiden: Ich bin sehr dafür, die Gebärdensprache zu stärken.
Siehe auch Kompetenz-Zentrum Leichte Sprache – warum?
Von Barrierefreiheit profitieren wir alle
Immer mehr Menschen mit kognitiver Behinderung wollen und brauchen die Einfache Sprache. Nur mit ihr wird Teilhabe möglich.
Bleibt es im Gesetz bei Leichter Sprache, gehen die leer aus. Wie viele Menschen nicht über die Leichte Sprache hinauskommen, weiß niemand.
Im Übrigen müssen wir Barrierefreiheit unabhängig von Zielgruppen verstehen lernen. Barrierefreiheit ist ein Gut an sich. Von Barrierefreiheit profitieren wir alle.
Bitte unterstützt meine Forderung nach Umbenennung im Gesetzesentwurf. Wir brauchen ein „Kompetenz-Zentrum barrierefreie Kommunikation“. Das wäre auch hilfreich für das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (oder besser: Gesetz zur Stärkung der Barriere-Freiheit).
Gerne lese ich dazu Kommentare.
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Siehe auch Einfache Sprache: Warum sie gefördert werden muss
Über den Autor: Uwe Roth ist Journalist und führender Experte in der Einfachen Sprache. Er arbeitet in den DIN-Gremien zur Leichten und Einfachen Sprache mit. Er gehört zu den Gründer*innen des DACH-Forums Einfache Sprache.

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