Über den Autor: Uwe Roth ist Journalist und führender Experte in der Einfachen Sprache. Er arbeitet in den DIN-Gremien zur Leichten und Einfachen Sprache mit. Er gehört zu den Gründer*innen des DACH-Forums Einfache Sprache.
Heute (26.03.26) startet eine fünf-tägige Weiterbildung zum/r Beauftragten für Gewaltschutz in Einrichrichtungen der Eingliederungshilfe. Wir haben den Kurs für den Kommunalverband Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) inhaltlich vorbereitet und leiten diesen auch.
Mein Thema, die Einfache Sprache, hat im Gewaltschutz eine zentrale Rolle. Wenn gesetzlich vorgeschriebene Gewaltschutz-Konzepte, Regeln und Anweisungen wegen komplizierter Fachtexte nicht verstanden werden, dann bringt die Arbeit der Beauftragten wenig.
In der Vermeidung von Gewalt (Prävention) und im Einschreiten bei Konflikten (Intervention) können klare Vorgaben in Einfacher Sprache lebensrettend sein. Fachkräfte mit Migrationshintergrund profitieren in einem besonderen Maß von Gewaltschutz, der verständlich vermittelt wird.
Siehe auch Schutzkonzepte in Einfacher Sprache
Gewaltschutz-Konzepte in Fachsprache sind (fast) nutzlos
Auch Menschen mit einer kognitiven Behinderung sind durchaus in der Lage, Regelwerke in Einfacher Sprache zu verstehen. Beziehungsweise Fachkräfte haben weniger Probleme damit, die Regeln zu vermitteln. Ich habe Gewaltschutz-Konzepte gelesen, die keinerlei Nutzen haben, weil sie in Fachsprache geschrieben sind.
Die Werke verschwinden in irgendeiner Schublade bzw. irgendeinem Datei-Ordner.
Gerne organisieren wir auch für Sie eine solche Weiterbildung. Die Teilnehmenden des aktuellen Kurses erhalten vom KVJS ein Zertifikat. Haben Sie Konzepte in schwerer Sprache, dann beauftragen Sie mich, diese zu überarbeiten.

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