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Kontrolle der Einfachen Sprache durch Textanalyse ist hilfreich

Man überschätzt sich gerne, wenn man die Qualität eigener Texte in Einfacher Sprache bewertet. Mir geht es ebenso. Ich starte meinen Text getreu den Regeln. Nach einigen Absätzen jedoch fängt man an, nachlässig zu werden. Oder der Inhalt ist so kompliziert, dass man bei Formulierungen oder dem Satzbau schummelt. Man lässt beispielsweise einen unverständlichen Fachbegriff so, wie er ist. Daher ist es hilfreich, mit einer Textanalyse die Qualität zu kontrollieren. Dazu verwende ich das Onlineprogramm TextLab.

Eine solche Textanalyse Einfache Sprache ist für mich ein wichtiges Instrument meiner Arbeit im Bereich des Textens und der Seminararbeit geworden. Es gibt mir nicht nur Rückmeldung zur Qualität meiner eigenen Texte. Der Einsatz hat ebenso Vorteile für die Bewertung von Fremdtexten. Die Teilnehmer können mir vorab zu meinen Workshops Textproben mailen, die ich analysiere und beurteile.

Textanalyse ist für die Seminararbeit hilfreich

Je nach dem vereinbarten Honorar überarbeite ich diese und bringe Verbesserungsvorschläge direkt in den Workshop mit. Diese Vorgehensweise hat sich als sehr effektiv erwiesen. Während des Kurses neue Formulierungen zu finden, ist sehr zeitintensiv. Lieber mache ich das vorab. Aber auch das kostet Zeit.

Ist der Text eines Teilnehmers von schlechter Qualität – bezogen auf Einhaltung der Verständlichkeitsregeln – muss ich kein subjektives Urteil sprechen („Ihr Text ist stark optimierungsbedürftig“), sondern kann auf das Ergebnis der Textanalyse verweisen. Dazu kann ich anmerken, dass diese nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewertet wurde.

Bewertung nach dem Hohenheimer Index

Das Tool ist ursprünglich am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Hohenheim (Stuttgart) entwickelt worden. Institutsleiter Professor Frank Brettschneider und seine Studierenden verfolgten die Absicht, die Verständlichkeit des regelmäßigen Newsletters zu verbessern. Inzwischen hat die H&H Communication Lab GmbH, Institut für Verständlichkeit in Ulm die Weiterentwicklung und Vermarktung von TextLab übernommen.

Das Ergebnis der Textanalyse wird einem Wert zwischen 0 (völlig unverständlich) und 20 (sehr leicht verständlich) zugeordnet. Dies ist der sogenannte Hohenheimer Index. Nach den Vorgaben des Programms sollte kein Zielwert schlechter als zwölf sein (Fachtexte). Briefe sollten einen Indexwert von mindestens 14, Internettexte von 16 erreichen. Die meisten Fremdtexte, die ich zu prüfen habe, liegen zwischen acht und zwölf Indexpunkte. Daran lässt sich erkennen, wie hoch der Anspruch an Verständlichkeit ist.

Einfache Sprache ist für Normalleser geeignet

Die Entwickler haben der Leichten Sprache den Indexwert 18 gegeben. Wobei nicht erklärt wird, was unter Leichter Sprache tatsächlich zu verstehen ist. Wie so oft, wird der populäre Begriff „Leichte Sprache“ verwendet. Bei näherer Betrachtung ist aber Einfache Sprache gemeint. Wer mit dem Programm arbeitet, stellt fest, dass mit der Einfachen Sprache den Wert der Textanalyse von 18 gut erreicht werden kann. Den Texten merkt man den Indexwert nicht an. Das soll heißen, Texte im ganz oberen Bereich des Hohenheimer Index sind immer für Normalleser geeignet und nicht allein für Menschen schlechter Lesekompetenz.

Betrachtet man sich die Kriterien, mit denen TextLab arbeitet, ist offensichtlich, dass die Grundsätze die gleichen sind wie bei der Einfachen Sprache.

Veröffentlicht in Akquise und Lobbyarbeit Blog Kursberichte

Ein Kommentar

  1. […] Ich denke, das alles ist nicht notwendig, um sein Fachwissen zu vermitteln. Die Seriosität wird mit Kompliziertheit künstlich hochgeschraubt. Das Gegenteil der Liste ist die Einfache Sprache. Mein Ansatz deckt sich mit dem „Hohenheimer Index“. An der Universität Hohenheim wurde dieser entwickelt, um Wissenschaftssprache verständlich zu machen. Herausgekommen ist TextLab. Auch ich verwende dieses Programm (mein Blogbeitrag dazu). […]

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