Bücher in Einfacher Sprache

Stadtbibliothek Stuttgart. Foto: Uwe Roth

Bücher (Literatur) in Leichter oder Einfacher Sprache gibt es selten in einem Buch-Laden. Man muss sie im Internet bestellen. Das größte Angebot hat der Spaß-am-Lesen-Verlag. Aber auch zahlreiche öffentliche Büchereien haben mittlerweile einen Bestand an dieser Literatur.

Bücher (Literatur) in Leichter oder Einfacher Sprache haben drei Ziel-Gruppen:

  • Menschen mit Lern-Schwierigkeiten / geistiger Behinderung
  • Jugendliche / Erwachsene mit wenig Lese-Erfahrung
  • Menschen, die Deutsch lernen (Deutsch als Fremd-Sprache).

Ich habe zahlreiche Bücher in Einfacher Sprache gelesen. Die meisten haben mir nicht gefallen. Sie sind Übersetzungen erfolgreicher Romane. Meine Erfahrung ist: Ein Roman besteht aus einer guten Wort- und Bildsprache, Witz, Ironie, Sarkasmus etc. Vieles davon lässt sich nicht in Einfache Sprache übersetzen.

Aber: Man kann sehr gute Bücher in Einfacher Sprache schreiben. Einfache Sprache erlaubt eine eigene Form von Humor, Spannung oder auch Traurigkeit. Ein Leser muss bei der Einfachen Sprache auf Nichts verzichten, um gut unterhalten zu werden.

Literatur in Einfacher Sprache funktioniert, wenn sie in der Lebenswelt dieser Menschen angesiedelt ist. Die Themen müssen für den jeweiligen Personen-Kreis eine Bedeutung haben.

Leider haben diese Bücher keine hohen Auflagen. Das heißt, nur vom Verkauf kann kein Autor leben.

Ein gutes Beispiel für ein Buch, das für Menschen mit Lern-Schwierigkeiten / geistiger Behinderung geschrieben wurde ist: „Alles voller Hoffnung“ von Renate Dorrestein.

Beim Lesen. Foto: Uwe Roth

Beim Lesen. Foto: Uwe Roth

Inhalt: Igor ist ein junger Mann. Er wohnt bei seiner Oma. Die sorgt für ihn.
Zum ersten Mal hat Igor eine Arbeit in einer Werkstatt bekommen. Die Arbeit macht ihm viel Spaß.

In der Stadt lernt Igor das Mädchen Lisa kennen. Igor verliebt sich in Lisa. Die hat keine Wohnung – aber ein kleines Kind.

Igor lässt die Beiden in sein Zimmer einziehen. Beide sorgen für das Kind.
Doch dann stellt sich die Frage: Ist Lisa tatsächlich die Mutter des Babys?

Gemeinsam mit dem Verein Insel e.V. Ludwigsburg habe ich eine Lesung zu diesem Buch in der Stadtbibliothek Ludwigsburg organisiert. Weiter

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